MWST - Mehrwertsteuer | Drucken |

Gerne nutzen wir die Gelegenheit, Sie über Aktuelles zu informieren.

Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes per 01.01.2018
Die Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes tritt per 1. Januar 2018 in Kraft und bringt für die Mehrzahl der inländischen Unternehmen keine wesentliche Änderung.

Die wichtigsten Änderungen im Vergleich zum aktuell gültigem Recht sind:
- Neu ist der weltweite Umsatz für die Bestimmung der Steuerpflicht massgebend. Übersteigen die steuerbaren Leistungen
  2017 im In- und Ausland zusammen CHF 100'000 pro Jahr, müssen sich die betroffenen Unternehmen ab 1. Januar 2018
  bei der Eidg. Steuerverwaltung anmelden/registrieren. Dies gilt für Unternehmen, die in der Schweiz ansässig sind oder
  Leistungen in der Schweiz erbringen.
- Ab 1. Januar 2019 gilt die CHF 100'000-Grenze auch für ausländische Online-Händler, deren Kleinsendungen von der
  Einfuhrsteuer befreit sind.
- Auf weitere relevante Änderungen gehen wir nachfolgend ein.

Fiktiver Vorsteuerabzug
Der fiktive Vorsteuerabzug ist neu auch beim Erwerb von gebrauchten und neuen individualisierbaren beweglichen Betriebsmitteln möglich.

Beispiel: Bei Fahrzeugen ist der - fiktive - Vorsteuerabzug möglich auf dem Marktwert bei Sacheinlage auf den Kaufpreis bei Kauf von nicht MWST-Pflichtigen oder bei Eintritt in die MWST-Pflicht.

Margenbesteuerung für Kunstgegenstände, Antiquitäten und Sammlerstücke
Ab 1. Januar 2018 werden diese Gegenstände wieder über die Margenbesteuerung abgerechnet. Ein fiktiver Vorsteuerabzug ist deshalb nicht mehr möglich.

Vorsicht bei Stiftungen und Vereine
Stiftungen und Vereine, zu denen eine besonders enge wirtschaftliche, vertragliche oder personelle Beziehung besteht, gelten als eng verbundene Personen und es kommt der Drittpreisvergleich zur Anwendung. Vorsorgeeinrichtungen gelten nicht als eng verbundene Personen.

Erstellt also ein MWST-pflichtiges Unternehmen eines Vereinsmitgliedes unentgeltlich die Buchhaltung, so muss dieses Unternehmen die MWST auf den Drittleistungspreis abliefern.

 

Die vollständige Übersicht über alle Änderungen finden Sie hier.

 

Anpassung der MWST-Sätze per 1. Januar 2018
Durch die Ablehnung der Volkabstimmung über die "Altersvorsorge 2020" vom 24. September 2017 reduzieren sich die MWST-Sätze (Medienmitteilung ESTV). Ab dem 1. Januar 2018 gelten neu folgende Sätze:
- Normalsatz                   7.7%        (bis 31.12.2017: 8.0%)
- Sondersatz Hotellerie     3.7%       (bis 31.12.2017: 3.8%)
- Reduzierter Satz           2.5%        (bis 31.12.2017: 2.5%)

Rechnungsstellung 2018 für Leistungen 2017 (Lieferungen/Dienstleistung)
Grundsätzlich ist immer der Zeitpunkt der Leistungserbringung für den anzuwendenden Steuersatz massgeben. Die Rechnungsstellung oder der Zahlungseingang sind nicht relevant
               Beispiel:
               Lieferung         10.12.2017
               Rechnung        05.01.2018
               Zahlung           31.01.2018
               Es gilt der MWST-Satz bei der Leistung, also der bis 31.12.2017 gültige Satz (Normalsatz 8.0%).
               Auch für Vorauszahlungen ist der Leistungszeitpunkt massgebend

Wir verweisen hierauf.

Knacknuss periodische Leistungen
Dies ist möglich für Abonnemente und Serviceverträge. Die Leistungen 2017 sind zum bisherigen und die Leistungen 2018 zum neuen Steuersatz abzurechnen. Wenn alles zum alten Satz verrechnet wurde und keine Korrektur erfolgt, gilt der alte Satz.

Saldosteuersatz
Die Tabelle der Satzanpassungen ersehen Sie hier.

 

 

Haben Sie Fragen - z.B. zu welchem Steuersatz nun Rückgaben abzurechnen sind - oder können wir Sie bei der Ausführung unterstützen, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 

Ihr Adwista Treuhand AG-Team